Offen sprechen, gezielt trainieren – der Beckenboden-Mann-Stammtisch in der Physiowerkstatt

Offen sprechen, gezielt trainieren – der Beckenboden-Mann-Stammtisch in der Physiowerkstatt

Die Physiowerkstatt Näfels ist eine engagierte Praxis für Physiotherapie, Rehabilitation und Bewegungstherapie im Glarnerland. Das Team legt grossen Wert auf eine ganzheitliche, persönliche Betreuung – und geht auch Themen an, über die Männer oft ungern sprechen: den Beckenboden.

Das Alonea PelvicTool ist fester Bestandteil dieser Treffen: Es unterstützt das Training durch visuelles Biofeedback und fördert das Bewusstsein für die Beckenbodenmuskulatur auf spielerische Weise.

Der Erfahrungsbericht aus der Physiowerkstatt zeigt, wie Fachpersonen mit Engagement und Kreativität neue Wege finden, Männer für das Thema Beckenboden zu sensibilisieren – und wie Hilfsmittel wie das PelvicTool sie dabei unterstützen können.

Beckenboden-Stammtisch für Männer: Austausch und Training in entspannter Runde

Aus einem achtwöchigen Beckenbodenkurs für Männer in der Physiowerkstatt Näfels (GL) entstand eine besondere Idee: der Beckenboden-Mann-Stammtisch.

Im Grundkurs standen neben der Wissensvermittlung rund um den Beckenboden vor allem die Wahrnehmung, Kräftigung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur sowie deren Integration in den Alltag im Vordergrund. Viele Männer waren überrascht, wie viel Lebensqualität und Körperbewusstsein sich durch das Training gewinnen lässt.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Kurses stellte sich bei den Teilnehmern die Frage: Wie geht es weiter?

Der Wunsch nach regelmässigen Treffen war gross – um das Gelernte zu festigen, gemeinsam zu trainieren und sich offen auszutauschen. So wurde der Beckenboden-Mann-Stammtisch ins Leben gerufen.

Inzwischen hat der Stammtisch eine treue Fangemeinde gefunden. Alle sechs Wochen kommen Männer in lockerer Atmosphäre zusammen, die ihre Körpermitte stärken und den Beckenboden nicht aus dem Blick verlieren möchten.

Praktische Übungen und gemeinsamer Austausch

Im Mittelpunkt der Treffen stehen gezielte Beckenbodenübungen, die regelmässig wiederholt werden. So können die Teilnehmer ihre Muskulatur nachhaltig stärken und erhalten gleichzeitig neue Impulse für das Training zu Hause.

Ebenso wird Raum für einen offenen Austausch über persönliche Erfahrungen eingeräumt und Zeit um Fragen zu klären. Der Stammtisch bietet damit nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Unterstützung, um mit Themen rund um den Beckenboden offen umzugehen.

Diese Mischung aus praktischem Training und persönlichen Gesprächen macht den Stammtisch besonders – und zum Abschluss gehört ein Preiselbeersaft-Shot als kleines Ritual einfach dazu.

Den ersten Schritt wagen – für ein besseres Körpergefühl

Wer noch keine Erfahrungen mit dem Thema hat, kann sich bei der Physiowerkstatt für eine Einzel-Physiotherapie entscheiden, um die Grundlagen zu lernen und den Beckenboden individuell zu therapieren und zu trainieren oder es bietet sich der achtteilige Beckenbodenkurs an.

Der Stammtisch ist der ideale Ort, um nach der abgeschlossenen Therapie/Kurs weiterzumachen – und dranzubleiben.

Abwechslungsreiches Training mit Biofeedback

Für zusätzlichen Trainingsanreiz sorgt beim Stammtisch der Einsatz des Alonea PelvicTool. Das Beckenboden-Trainingsgerät bietet den Teilnehmenden durch visuelles Biofeedback die Möglichkeit, ihre Muskelaktivität in Echtzeit zu sehen – und so ihr Körpergefühl noch gezielter zu schulen.

Diese Form der Rückmeldung unterstützt sowohl die bewusste Aktivierung als auch die Entspannung der Beckenbodenmuskulatur. Die Integration des Beckenbodentrainers bringt Abwechslung in die Übungsrunden und hilft, Fortschritte sichtbar zu machen – ein Aspekt, den viele Teilnehmer besonders schätzen.

„Das PelvicTool ist eine grossartige Möglichkeit, den Beckenboden spielerisch zu trainieren – und genau das macht es besonders für Männer interessant. Die meisten Männer beschäftigen sich weniger mit dem Beckenboden als Frauen. Deshalb ist das visuelle Biofeedback eine wertvolle Unterstützung: Es fördert die Wahrnehmung und macht das Thema greifbar und zugänglich. Ganz nebenbei hilft es auch, das Tabu zu brechen und offen über diese wichtige Körperregion zu sprechen. Die Männer sind deshalb jeweils sehr motiviert mit dem PelvicTool am Trainieren.“
Melanie Gähler

Physiotherapeutin FH / Beckenbodenphysiotherapeutin , Physiowerkstatt Näfels GL

Wann und wo findet der Beckenboden-Stammtisch statt?

Der Beckenboden-Mann-Stammtisch bietet Männern die Möglichkeit, regelmässig gemeinsam zu trainieren, Erfahrungen zu teilen und Fragen rund um den Beckenboden offen anzusprechen.

Donnerstags, alle sechs Wochen, 17.15 bis 18.15 Uhr
Physiowerkstatt Näfels


Mehr Informationen und Anmeldung: www.physiowerkstatt.ch

Beckenboden trainieren mit dem PelvicTool von Alonea

Beitrag SRF1

Stammtisch „Beckenboden Mann“: Ein Ort ohne Tabus

Unterstützt Sie bei der Wahrnehmung, Kontrolle und Stärkung des Beckenbodens: PelvicTool

beckenbodentrainer-pelvictool-app

Einfaches und effektives Beckenbodentraining.

Fortschrittskontrolle PelvicTool
Beckenbodentraining-Mann-PelvicTool_6069_800x800
Konservative Therapie von erektilen Störungen und Inkontinenz bei Beckenbodenschwäche

Konservative Therapie von erektilen Störungen und Inkontinenz bei Beckenbodenschwäche

Der Beckenboden ist eine komplexe muskuläre Struktur, die Männern meist wenig bewusst ist und deren Bedeutung für Kontinenz und sexuelles Empfinden unterschätzt wird. Erst wenn Störungen wie Inkontinenz oder Erektionsprobleme auftreten, ändert sich dies notgedrungen. Biofeedback basiertes Training kann hilfreich sein, um die Funktionalität der vernachlässigten Strukturen zu erhalten oder zu regenerieren.

 

Autorin: Dr. rer. biol. hum. Ina Schicker, promovierte in Medizinischer Psychologie und ist seit 1996 als Wissenschafts- und Medizinjournalistin tätig. Ihre Schwerpunkte liegen u.a. auf Komplementärmedizin und Geriatrie. 

Urininkontinenz ist ein stark tabuisiertes Thema. Bei über 60-jährigen Männern ist fast jeder Fünfte betroffen, im Alter über 80 Jahre sogar fast jeder dritte Mann (Kozomara-Hocke, 2016). Ursächlich kommen v.a. Veränderungen der Blase, Prostata und Beckenbodenmuskulatur in Betracht, aber auch Operationen an Prostata oder anderen Stellen im Beckenbereich erhöhen das Risiko. Meist gehen Inkontinenzbeschwerden „mit erheblichen Einbußen in körperlicher, seelischer Hinsicht und in Bezug auf Lebensqualität“ einher (Beutel, 2005).

Ursachen und Formen von Kontinenzstörungen

Ihre Ursachen können vielfältig sein. Fachlich wird im wesentlichen zwischen Speicherstörungen, wie Dranginkontinenz oder Belastungsinkontinenz, einerseits und Entleerungsstörungen andererseits unterschieden, zu denen u.a. die Überlaufinkontinenz zählt. Auch Mischformen kommen vor.

Bei einer Überlaufinkontinenz kommt es nur bei voller Blase zum Abgang kleiner Urinmengen. Sie kann myogen, neurogen oder durch ein Obstruktionssyndrom in Folge einer Prostatavergrösserung bedingt sein. Eine operative Entfernung der Prostata aufgrund einer gutartigen Prostatahyperplasie (BPH) oder eines Prostatakrebses beseitigt zwar die problematische Verengung, nicht selten werden bei der Operation aber auch Teile der inneren Schliessmuskulatur der Blase entfernt und deren Funktion dadurch beeinträchtigt. Auch die Beckenbodenmuskultur kann nach einer Operation eine veränderte Spannung aufweisen und Erektionsprobleme und Entleerungsstörungen nach sich ziehen.

Eine Dranginkontinenz liegt vor, wenn nicht kontrollierbare Detrusorkontraktionen bei normaler Schliessmuskelfunktion zu Urinverlust führen.

Die weitaus häufigste Form von Urininkontinenz bei Männern – etwas 40-80 Prozent (Kozomara-Hocke, 2016) – ist jedoch die reine Belastungsinkontinenz, bei der es unter körperlicher Belastung (etwa Husten, Niesen, Erschütterung beim Laufen oder Sport usw.) zu ungewolltem Urinverlust kommt. Sie ist meist auf eine unzureichende Kontrolle der Schliessmuskelfunktion oder eine direkte Schädigung oder Schwächung dieser Muskulatur zurückzuführen.

Konservative Behandlung durch Beckenbodentraining

Sofern Kontraindikationen wie Organvorfälle oder schwere Nervenschädigungen als Inkontinenzursache ausgeschlossen werden können, gelten physiotherapeutische Ansätze als leitliniengerechte Option der ersten Wahl. Mehrere Meta-Studien zeigen, dass ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur niederschwellige und wirkungsvolle Möglichkeiten bietet, die Funktionalität gestörter oder geschwächer Strukturen zu regenerieren. Im Idealfall lässt sich dadurch eine Operation sogar vermeiden, bzw. prähabilitativ oder als Mittel der Rehabilitation nach einem Eingriff zur Optimierung der Behandlung einsetzen. Eine Metastudie von Luqiang Zhou et al. (2023) zeigt, dass Patienten, die schon vor einer radikalen Prostataektomie ein Beckenboden-Training durchlaufen, vor allem in den ersten drei Monaten nach der Operation signifikant seltener ungewollt Urin verlieren als Patienten ohne entsprechendes Training.

Bedeutung der therapeutischen Anleitung und des gezielten Feedbacks

Positive Effekte werden dabei durch sorgfältige therapeutische Anleitung begünstigt, so das Fazit einer Metanalyse von Baumann et al. (2022). Ohne fachliche Anweisung und Rückmeldung zeigten sich keine Vorteile gegenüber Vergleichsgruppen ohne Training.

Da die meisten Menschen in der Wahrnehmung und aktiven Steuerung der Beckenboden-Muskulatur wenig geübt sind, bieten Methoden mit Biofeedback besonders gute Lernchancen (Hsu et al. 2016). Besonders niederschwellig und damit Compliance-fördernd sind dabei Verfahren, die die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur noninvasiv erfassen und – wie das Beckenboden-Trainingsgerät PelvicTool der Schweizer Firma Alonea – dem Nutzer über eine einfach App visuelles Feedback in Echtzeit geben. Mit Hilfe einer Spiel-ähnlichen Oberfläche können Patienten nach gründlicher Einweisung durch einen Therapeuten, der die konkreten Therapieziele identifiziert, eigenständig individuelle Trainingsprogramme durchlaufen.

„Das PelvicTool ist eine grossartige Möglichkeit, den Beckenboden spielerisch zu trainieren – und genau das macht es besonders für Männer interessant. Die meisten Männer beschäftigen sich weniger mit dem Beckenboden als Frauen. Deshalb ist das visuelle Biofeedback eine wertvolle Unterstützung: Es fördert die Wahrnehmung und macht das Thema greifbar und zugänglich. Ganz nebenbei hilft es auch, das Tabu zu brechen und offen über diese wichtige Körperregion zu sprechen. Die Männer sind deshalb jeweils sehr motiviert mit dem PelvicTool am Trainieren.“

Melanie Gähler

Physiotherapeutin FH / Beckenbodenphysiotherapeutin , Physiowerkstatt Näfels GL

Der Beckenbodentrainer PelvicTool Home & Sport besteht aus einem ergonomischen Sitzkissen mit einem weichen Sensortube, die hochsensitiv alle Bewegungen der Beckenbodenmuskeln registriert. Unter therapeutischer Begleitung durchlaufen die Patienten die jeweils für ihre individuelle Thematik passenden Trainingsprogramme und können dann selber zu Hause trainieren. Anhand der digitalen Dokumentation ihrer Übungen können ihre Therapeuten den Trainingsprozess nachverfolgen und gegebenenfalls korrigierend eingreifen, oder das Training dem Übungsfortschritt anpassen. Ein nachhaltiger Therapieerfolg wird durch die anschliessende Integration der trainierten Muskelaktivitäten in alltägliche Bewegungsabläufe zusätzlich unterstützt.

„Obwohl ich nach einer RPE meine Beckenbodenmuskulatur nicht mehr spüren konnte, habe ich mit Hilfe des PelvicTool gelernt, meine Beckenbodenmuskeln zu steuern und meine Inkontinenzbeschwerden zu lindern. Die Fortschritte in der App zu sehen, hat mich motiviert, weiterzumachen.“

U. Rosendahl Huber

Das PelvicTool Home & Sport, entwickelt vom Schweizer Medizintechnikunternehmen Alonea AG, ist im ausgewählten Fachhandel sowie im Webshop von Alonea erhältlich.

Beckenboden Mann
Beckenboden trainieren mit dem PelvicTool von Alonea
Beckenbodentrainings-App
Konservative Therapie von erektilen Störungen und Inkontinenz bei Beckenbodenschwäche.
Beckenboden gezielt trainieren mit dem PelvicTool und der App.
Der Beckenbodentrainer PelvicTool besteht aus einem Sitzkissen mit Sensortube und einer App. Die App kann sowohl auf einem Tablet als auch auf dem Handy genutzt werden.

So funktioniert der Beckenbodentrainer PelvicTool von Alonea:

Referenzen zum Bericht

Baumann, F. T., Reimer, N., Gockeln, T., Reike, A., Hallek, M., Ricci, C., Zopf, E. M., Schmid, D., Taaffe, D., Newton, R. U., Galvão, D. A., & Leitzmann, M. (2022). Supervised pelvic floor muscle exercise is more effective than unsupervised pelvic floor muscle exercise at improving urinary incontinence in prostate cancer patients following radical prostatectomy: A systematic review and meta-analysis. Disability and Rehabilitation, 44(19), 5374–5385. https://doi.org/10.1080/09638288.2021.1937717

Beutel, M. E., Hessel, A., Schwarz, R., & Brähler, E. (2005). Prävalenz der Urininkontinenz in der deutschen Bevölkerung: Komorbidität, Lebensqualität, Einflussgrößen [Prevalence of urinary incontinence in the German population]. Der Urologe A, 44(3), 232–238. https://doi.org/10.1007/s00120-005-0791-y

Hsu, L. F., Liao, Y. M., Lai, F. C., & Tsai, P. S. (2016). Beneficial effects of biofeedback-assisted pelvic floor muscle training in patients with urinary incontinence after radical prostatectomy: A systematic review and meta-analysis. International Journal of Nursing Studies, 60, 99–111. https://doi.org/10.1016/j.ijnurstu.2016.03.013

Kozomara-Hocke, M., Hermanns, T., & Poyet, C. (2016). Urininkontinenz beim Mann: Ein Tabuthema. Praxis, 105(5), 269–277. https://doi.org/10.1024/1661-8157/a002297

Zhou, L., Chen, Y., Yuan, X., Zeng, L., Zhu, J., & Zheng, J. (2023). Preoperative pelvic floor muscle exercise for continence after radical prostatectomy: A systematic review and meta-analysis. Frontiers in Public Health, 11, 1186067. https://doi.org/10.3389/fpubh.2023.1186067

Beckenbodenrehabilitation in der Physiotherapie Physio Rehab

Beckenbodenrehabilitation in der Physiotherapie Physio Rehab

Die Physio Rehab aus Richterswil verfügt mit einem Team von acht Physiotherapeutinnen und -therapeuten über ein breites Therapieangebot, darunter auch Beckenbodenrehabilitation.

 

«Blasenleiden wie Harninkontinenz und Reizblasenbeschwerden zählen zu den häufigsten Frauenleiden», so Physio-Rehab-Geschäftsführerin Fiona Grunder. Ausgelöst werden können die Beschwerden schon bei jüngeren Frauen, beispielsweise durch die Geburt eines Kindes, aber auch durch sportliche Aktivitäten. Oft treten die Beschwerden erst nach der Menopause auf. Gemäss Statistiken sind rund 40 % der Frauen, aber auch viele Männer im Laufe ihres Lebens davon betroffen.

Indikationen für eine Beckenbodenrehabilitation

Indiziert ist eine Beckenbodentherapie bei fehlender Wahrnehmung für den Beckenboden, bei Belastungs- oder Stressinkontinenz, bei Senkung der Gebärmutter oder als präventives Training nach der Schwangerschaft. Die Beckenbodenmuskulatur ist geschwächt und in ihrer Funktion beeinträchtigt. Mit einer gezielten Beckenbodenrehabilitation können Beschwerden oft erfolgreich behandelt werden.

 

PelvicTool als ergänzendes Hilfsmittel in der Therapie

«Wir bieten unseren Patienten ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten», so Fiona Grunder. Die Hilfsmittel der Therapie werden gezielt auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt. Seit einiger Zeit wird in der Beckenbodenrehabilitation der Physio Rehab auch das PelvicTool Home & Sport eingesetzt.

Das PelvicTool ist ein digitaler Beckenbodentrainer, welcher als wahrnehmungsförderndes Hilfsmittel und zur Stärkung des Beckenbodens verwendet werden kann. Ebenso können die Therapeuten das Gerät optimal zur Verlaufskontrolle nutzen und so den Fortschritt der Patienten objektivieren. Das PelvicTool Home & Sport beinhaltet ein anatomisch geformtes Sitzkissen mit weichem Sensortube für schmerzfreies Trainieren sowie die PelvicTool-App zur Kontrolle der Trainingsleistung.

«Die Anzeige der Beckenbodenkontraktionen auf dem Tablet erleichtert uns Therapeuten die Kontrolle des Trainings», erwähnt die Geschäftsführerin. Als angenehm werde von den Patienten auch empfunden, dass bekleidet trainiert werden könne, im Gegensatz zu anderen Inkontinenz-Therapiegeräten. Das Beckenbodentraining mit dem PelvicTool ist somit eine Methode erster Wahl zur Beckenbodentherapie.

Die Physiotherapeutin betont: «Entscheidend für den Erfolg der Therapie ist das regelmässige Üben zu Hause und Verhaltensänderungen im Alltag, beispielsweise Entlastungsstellungen oder eine Änderung des Trinkverhaltens».

Für die Beckenbodentherapie ist eine ärztliche Verordnung entweder des Gynäkologen oder des Hausarztes erforderlich. Fiona Grunder: «Oft scheuen sich die Patienten, ihre Ärztin oder ihren Arzt auf Beschwerden anzusprechen und warten so lange abbis der Leidensdruck zu hoch ist. Das ist schade, denn mit gezielter Beckenbodentherapie lassen sich die Beschwerden oftmals erfolgreich lindern oder ganz beseitigen.»

Physio Rehab Richterswil
Gartenstrasse 10

8805 Richterswil

Tel. 044 784 95 70

www.physio-rehab.ch

Therapeutin-Grunder Rehab

«Die Patientinnen  und Patienten reagieren sehr gut auf das Gerät. Es zeigt ihnen sofort und direkt, ob und wie gut sie den Beckenboden ansteuern können.»

Fiona Grunder

Physiotherapeutin, BSc PT, Physio Rehab, Richterswil

Beckenboden-Physiotherapie Hilfsmittel PelvicTool Alonea
Zielführendes Beckenbodentraining in der Physiotherapie

Zielführendes Beckenbodentraining in der Physiotherapie

Im Praxis- und Klinikalltag steht die Beckenbodentherapie oft vor der Herausforderung, den hohen Erwartungen der Patienten bei gleichzeitig begrenzter Behandlungszeit gerecht zu werden. Der Beckenbodentrainer PelvicTool von Alonea hat sich dabei als hilfreiches Test- und Trainingsgerät etabliert. Mit effizienten und messbaren Trainingsprogrammen unterstützt es Therapeuten dabei, gezielt und zeitsparend zu arbeiten.

In diesem Beitrag teilen die erfahrenen Physiotherapeutinnen Nadja Büttner und Gabriele Freiburg ihre praxisorientierten Erfahrungen mit der Anwendung des Alonea PelvicTool in der Beckenbodentherapie.

Interview in der deutschen Fachzeitschrift  „PhysioD“ des Deutschen Verbands für Physiotherapie e.V., Ausgabe 4/2024.

physiotherapeutin nadja büttner
Nadja Büttner, B.Sc. Physiotherapeutin M.Sc. OMT, Leitung Gynäkologie, Geburtshilfe, Proktologie,
Urologie bei Therapy4U. Beckenbodentherapie nach AGGGUP PhysioPelvica® Methode.
www.therapy4u.de
physiotherapeutin-beckenboden-freiburg
Gabriele Freiburg, staatl. geprüfte Physiotherapeutin, Leitung Physikalische Therapie in der Sauerlandklinik Hachen, Beckenboden Kursleiterin nachdem BEBO® Konzept, sektorale Heilpraktikerin Physiotherapie.
www.sauerlandklinik-hachen.de

 

Welchen Patientengruppen empfehlen Sie das PelvicTool von Alonea?

Männern präoperativ und postoperativ nach vier Wochen, je nach Beschwerden und Aktivierungszustand der Muskulatur. Frauen mit Beschwerden nach Entbindung, sowie Frauen und Männer mit Problemen bei der Kontinenzsicherung. Auch Schmerzen im unteren Rückenbereich können mit der Beckenbodenmuskulatur zusammenhängen. Ebenso allen, die ihren Beckenboden näher kennenlernen und trainieren möchten.

Können Ihre Patienten mit dem Gerät ganz gezielt Trainingsziele ansteuern? Und nach wie vielen Trainings zeigten sich erste Erfolge?

Ja, es können verschiedene Trainingsziele angesteuert werden. Je nach Defizit lassen sich auf dem PelvicTool, wie auch nach Aussage der Patienten, schon nach den ersten zwei bis vier Sitzungen Erfolge erzielen.

Bei welchen Indikationen haben Sie mit dem PelvicTool besonders gute Erfahrungen gemacht?

Bei Harnlassen-Problematik. Beispielsweise kann das Pressen beim Miktionsvorgang bereits in den ersten Sitzungen gut bewusst gemacht und beeinflusst werden. Gerade beim Mann steigert es schneller die Wahrnehmung für die richtige Sitz- oder Standpostition sowie das Gefühl für einen entspannten Beckenboden.

Frau Freiburg, weshalb setzen Sie das PelvicTool bei diesen Indikationen ein?

Bei der Multiplen Sklerose haben wir es unter anderem häufig mit Sensibilitätsstörungen zu tun. Das erschwert die Therapie. Dysfunktionen der Beckenbodenmuskulatur erfordern daher unterschiedliche Therapieansätze. Das Visualisieren der Muskelaktivität im Bereich des Beckenbodens ist eine große Hilfe für den Patienten und den Therapeuten. Beide Seiten erlangen eine gewisse Kontrolle und Feedback.

Der Patient sieht „das tue ich“. Zusätzlich geben die Trainingsprotokolle in der App einen guten Überblick über den Fortschritt. Für den Patienten spielt die Motivation eine große Rolle; diese wird bei dem Alonea PelvicTool in jedem Fall gefördert.

Mit welchem Erfolg?

Mit gutem Behandlungserfolg, der auf der physischen Ebene die Haltungskontrolle sowie die Entleerungs- und Speicherfunktion für Urin und Stuhl verbessert, das Risiko eines Harnweginfekts reduziert und auf der psychischen Ebene die Lebensqualität und Motivation verbessert, was das Risiko des sozialen Rückzugs minimiert.

NB: Gerade beim Beckenbodentraining sind Dranbleiben, Ausdauer und Disziplin gefragt, da die Ansteuerung der Beckenbodenmuskulatur immer auch eine kognitive Leistung darstellt und der Muskel nicht sichtbar ist. Da hilft das PelvicTool bei der Motivation und bei der Erfolgssteigerung, auch weil Patienten zuhause im Alltag leicht darauf trainieren können.

 

Das PelvicTool Home & Sport, entwickelt vom Schweizer Medizintechnikunternehmen Alonea AG, ist im ausgewählten Fachhandel sowie im Webshop erhältlich.

beckenbodentraining mann alltagssituation aufstehen
alonea pelvictool beckenboden-therapie
beckenbodentrainer pelvictool app
Beckenbodentraining bei Prostata-Beschwerden?

Beckenbodentraining bei Prostata-Beschwerden?

Bei Prostata-Beschwerden hat sich Beckenbodentraining als ausgesprochen hilfreich erwiesen. Hinter der „Männerkrankheit“ steckt die wuchernde Vorsteherdrüse, die das Wasserlösen behindert und Harninkontinenz hervorruft. Operationen von Prostatahyperplasie oder Prostatakrebs verschlimmern die Beschwerden zusätzlich. Ein Beckenbodentrainingsgerät wie das Alonea PelvicTool hilft, die Beckenbodenmuskulatur gezielt zu trainieren und lindert oft nicht nur die Inkontinenz, sondern verbessert auch Sexualleben und Körperhaltung.

Auch Männer kommen in die Wechseljahre

Wie bei der Frau fahren beim Mann die Hormone im Alter Achterbahn. Am Steuer sitzen die Hoden: Ihre Zwischenzellen produzieren ab dem 50. Lebensjahr weniger Geschlechtshormone. Sinkende Testosteronspiegel äussern sich mit vermindertem Sexualtrieb und vergrösserter Vorsteherdrüse.

Die Prostata stellt den grössten Teil des Ejakulates. Dazu umschliesst das im Beckenboden gelegene walnussgrosse Organ die Harnröhre, in die es sein Sekret abgibt und die Spermien zum Leben erweckt.

Beckenboden Mann

 

Was ist eine benigne Prostatahyperplasie?

Diese Nähe kann im Alter zum Problem werden, denn das Prostatagewebe wächst hormonabhängig. Weniger Testosteron im Blut lässt es bei vielen Männern wuchern und verursacht eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH). Die verbreitete „Männerkrankheit“ engt die Harnröhre ein und beeinträchtigt das Wasserlösen. Erste Anzeichen einer BPH sind nächtlicher Harndrang mit unvollständiger Blasenleerung, später kommt es zu Harninkontinenz und Harnverhalt. Weitere typische Beschwerden sind Erektionsstörungen und schmerzhafte Ejakulationen mit verminderter Ejakulatmenge.

 

Was tun bei gutartiger Prostatavergrösserung?

Mann geht nur ungern zum Arzt, denn das Thema ist ihm peinlich? Sollte er aber. Ansprechpartner ist der Urologe, der auch die Prostata-Vorsorgeuntersuchung durchführt. Früherkennung ist wichtig, denn bei frühzeitiger Diagnose ist eine minimalinvasive Operation möglich. Bei der transurethralen Resektion der Prostata (TURP) führt der Chirurg ein Endoskop über die Harnröhre (Urethra) ein und entfernt das überschüssige Gewebe mit Drahtschlinge oder Laser.

 

Wie kann man Prostatakrebs behandeln?

Abwarten kann tödlich enden, denn mitunter wird die BPH bösartig und entwickelt sich zum Prostatakarzinom. Bei vollständiger Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie, RPE) beseitigt der Chirurg Prostata und lokale Metastasen aus dem Beckenboden. Operiert wird klassisch mit einem Bauchschnitt oder minimalinvasiv über ein durch die Bauchdecke eingeführtes Laparoskop.

 

Was sind die Folgen einer Prostata-OP?

Problematisch sind Eingriffe an Beckenbodenmuskulatur, Schliessmuskel und Harnröhre sowie die Ausschälung oder Entfernung der Prostatakapsel. Die Muskeln im Beckenboden halten Blase und ableitende Harnwege an Ort und Stelle, der Sphinkter ist für die Harnkontrolle notwendig, in der Kapsel verlaufen die Nerven für Erektion und Ejakulation. Daher sind Harninkontinenz und Impotenz die häufigsten Folgen einer Prostataoperation.

Bei Harninkontinenz gibt es nicht nur Probleme beim Wasserlösen, sondern es geht unwillkürlich Urin ab und/oder es „tröpfelt“ nach dem Gang zur Toilette bis hin zum kontinuierlichen Harnverlust. Solche Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich, und viele Betroffene ziehen sich zurück und meiden soziale Kontakte. Dabei lassen sich mit Beckenbodentraining in der Regel deutliche Verbesserungen erzielen.

 

Wieso Beckenbodentraining nach Prostataoperation?

Die Entleerung der Harnblase steuern der Ringmuskel am Blasenausgang und die Beckenbodenmuskulatur. Der Schliessmuskel öffnet die Harnblase, die Muskeln im Beckenboden drücken zusammen mit der Blasenmuskulatur den Urin heraus, zuletzt macht der Muskelring wieder dicht. Die hieran beteiligte glatte Muskulatur unterliegt im Gegensatz zu unseren Skelettmuskeln normalerweise nicht der willkürlichen Steuerung. Aber die ist möglich: Das erste Beckenbodentraining macht jeder als Baby – irgendwann ist Schluss mit der Harninkontinenz, und wir gehen ohne Windeln selbständig aufs Töpfchen. In ähnlicher Weise lässt sich auch die Beckenbodenmuskulatur durch Anspannen und Entspannen trainieren. Eine grosse Hilfe kann dabei ein Beckenbodentrainingsgerät wie das PelvicTool von Alonea sein, mit dem sich solche Übungen einfach gestalten lassen.

Biofeedback stärkt die Wahrnehmung des Beckenbodens

Beim Biofeedback-Training mit dem PelvicTool  werden die kaum spürbaren Bewegungen der Beckenbodenmuskeln – das An- und Entspannen der Muskulatur – durch Sensoren erfasst und als sichtbare Signale in der PelvicTool-App angezeigt. Dies ist besonders hilfreich, da die Beckenbodenmuskeln tief im Körper liegen und es vielen Menschen anfangs schwerfällt, sie gezielt wahrzunehmen und zu steuern. Biofeedback hat sich daher als ideale Methode für das Beckenbodentraining erwiesen, wie zahlreiche klinische Studien belegen.

Die Biofeedback-Funktion des PelvicTool unterstützen Sie bei:

  • der gesteigerten Wahrnehmung und gezielten Aktivierung des Beckenbodens
  • dem kontrollierten Training für Anspannung und Entspannung
  • der Verbesserung der muskulären Koordination
  • dem Aufbau einer schnellen Reaktionsfähigkeit
  • der Steigerung der Ausdauer wie auch der Entspannungsfähigkeit des Beckenbodens
  • der Nachvollziehbarkeit des Trainingsfortschritts
  • einem individuell abgestimmten und effektiven Beckenbodentraining

Von Physiotherapeuten empfohlen: Beckenbodentrainer PelvicTool

Das in der Schweiz nach höchsten Qualitätsstandards gefertigte PelvicTool ermöglicht ein unkompliziertes, app-gestütztes Training zuhause. Trainiert wird in leichter Trainingshose auf dem PelvicTool sitzend – es muss keine Sonde eingeführt werden. Der Zeitaufwand ist gering: Bereits wenige Minuten, zwei- bis dreimal pro Woche, können die Beckenbodenmuskulatur stärken und die Kontrolle verbessern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt – wie bei jedem anderen Muskel auch – in der Regelmässigkeit des Trainings. Wer langfristig eine Verbesserung erzielen möchte, sollte das Beckenbodentraining in sein Leben integrieren – der Körper wird es danken.

So hilfreich moderne Hilfsmittel wie das PelvicTool im Alltag sind – sie ersetzen nicht die fachliche Kompetenz von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Gerade nach Prostataoperationen oder bei hartnäckigen Beschwerden profitieren Betroffene enorm von einer individuellen Anleitung durch geschulte Fachkräfte. Physiotherapeuten erkennen Fehlhaltungen, korrigieren Bewegungsabläufe und vermitteln gezielte Übungen, die auf die persönliche Situation abgestimmt sind.

Das Zusammenspiel aus ärztlicher Betreuung, professioneller physiotherapeutischer Unterstützung und modernen Trainingsgeräten eröffnet Männern die besten Chancen auf ein aktives, erfülltes Leben – trotz oder gerade nach Prostatabeschwerden!

 

„Das PelvicTool ist eine grossartige Möglichkeit, den Beckenboden spielerisch zu trainieren – und genau das macht es besonders für Männer interessant. Die meisten Männer beschäftigen sich weniger mit dem Beckenboden als Frauen. Deshalb ist das visuelle Biofeedback eine wertvolle Unterstützung: Es fördert die Wahrnehmung und macht das Thema greifbar und zugänglich. Ganz nebenbei hilft es auch, das Tabu zu brechen und offen über diese wichtige Körperregion zu sprechen. Die Männer sind deshalb jeweils sehr motiviert mit dem PelvicTool am Trainieren.“

Melanie Gähler

Physiotherapeutin FH / Beckenbodenphysiotherapeutin , Physiowerkstatt Näfels GL

„Obwohl ich nach einer RPE meine Beckenbodenmuskulatur nicht mehr spüren konnte, habe ich mit Hilfe des PelvicTool gelernt, meine Beckenbodenmuskeln zu steuern und meine Inkontinenzbeschwerden zu lindern. Die Fortschritte in der App zu sehen, hat mich motiviert, weiterzumachen.“

U. Rosendahl Huber

 


Quellen, Links und weiterführende Literatur